Vergleich ETFs und Indexfonds

Der Trend zu passiven Anlagen verstärkt sich bei institutionellen Anlegern seit vielen Jahren. Der langfristig hohe Mehrwert dank kosteneffizienten Anlagen ist erkannt und durch Studien bestätigt. In der beruflichen Vorsorge stellt sich die Frage, welche Anlageinstrumente sich für die Anlage des Vorsorgevermögens am besten eignen (Vermögenserträge sind in der beruflichen Vorsorge steuerbefreit). Oft werden passive Anlagen aufgrund der als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesenen Kosten verglichen. Diese Betrachtung greift zu kurz, um die effektiven Kosten zu beurteilen. Nachfolgend zeigen wir auf, was die wichtigsten Unterschiede zwischen ETFs und Indexfonds sind und weshalb Steuereffekte im Zusammenhang mit der Kostenbetrachtung eine zentrale Rolle spielen:

Dank der Steuerbefreiung in der beruflichen Vorsorge fallen nur auf der Fondsebene Quellensteuern (QST) an. Die Rückforderung der Quellensteuern kann unter dem Strich zu signifikanten Performanceunterschieden führen. Daher sind Fondsdomizil, die Länderaufteilung mit den entsprechend zu erwartenden Renditen, die Höhe der Quellensteuern und allfällige Steuerabkommen sehr genau zu prüfen. Am Beispiel MSCI World Index kann mit stark vereinfachten Annahmen sehr gut aufgezeigt werden, wie sich Steuereffekte auswirken. Der US-Anteil am MSCI World Index beträgt aktuell rund 60%. Im Beispiel wird zur Vereinfachung eine US-Dividendenrendite von 3% angenommen:

Für eine korrekte Analyse muss die Rückforderbarkeit der Quellensteuer aus Sicht des Fondsdomizils für jedes Land geprüft werden (23 Länder für MSCI World). Eine solche Analyse ist zwar mit Aufwand verbunden, kann aber in einem sehr hohen Mehrwert resultieren. Gemäss unseren Berechnungen erwarten wir für den MSCI World Index eine Mehrrendite von ca. 0.50% p.a. dank der Umsetzung mittels eines steuereffizienten Indexfonds mit Domizil Schweiz.
Mit der innovativen Umsetzung kann yourpension den angeschlossenen Versicherten steuereffiziente Indexfonds auf individueller Basis zugänglich machen, die sonst nur grossen Pensionskassen vorenthalten sind. Für die langfristige Anlage in der beruflichen Vorsorge bevorzugen wir in der Regel die speziell auf Pensionskassen ausgerichteten inländischen Indexfonds. Für kurzfristige taktische Allokationen können ETFs aufgrund der höheren Liquidität oder tieferen Transaktionskosten vorteilhaft sein (kein Ausgabe- oder Rücknahmespread).

Das Wichtigste in Kürze

  • Steuereffekte spielen bei der Wahl eines Anlageinstrumentes eine zentrale Rolle
  • Eine Kostenbetrachtung gemäss TER kann zu einer falschen Schlussfolgerung verleiten
  • Speziell auf Pensionskassen ausgerichtete Indexfonds sind in der Regel zu bevorzugen

07.03.2017 / Beat Bühlmann